Die Frequenz der Google-Algorithmus-Updates hat in den letzten Jahren etwas abgenommen. Das letzte nennenswerte Update fand 2015 statt (damals wurde der RankBrain eingeführt). RankBrain folgt dem Machine Learning-Ansatz.: Es ging bzw. geht um das Erkennen von Sucherintentionen für neue, bisher so nicht vorgekommene, Suchanfragen (die ca. 15 Prozent aller Suchanfragen ausmachen).

Natürliche Suchanfragen besser interpretieren

Auch BERT, den wir hiermit herzlich auf der SEO-Bühne begrüßen, verfolgt einen ähnlichen Ansatz: BERT unterstützt die Google-Suche in der Erkennung von Inhalten und Suchintentionen, der BERT-Ansatz wird durch den Suchkonzern als “State-of-the-Art Pre-training for Natural Language Processing” bezeichnet. Suchanfragen, die durch eine Präposition wie “in” eine ganz bestimmte Bedeutung erhält (die sich bspw. von der Suchanfrage ohne “in” komplett unterscheidet) sollen nun besser erkannt werden.

Es sind also nur lange Suchanfragen betroffen (long-tail), keine Einwortsuchen, denn hier gibt es keine Möglichkeiten zu erkennen, ob bei “Auto” ein Kauf ansteht oder nur Infos (zu Traumsportwagen) gesucht werden. Wie das technisch funktioniert, kann man auf dem Google AI-Blog nachlesen: https://ai.googleblog.com/2018/11/open-sourcing-bert-state-of-art-pre.html

Und eine umfassende Darstellung mit beispielhaften Suchanfragen findet man auf dem immer lesenswerten Blog von Searchengineland: https://searchengineland.com/welcome-bert-google-artificial-intelligence-for-understanding-search-queries-323976

Website für BERT optimieren

Für SEOs bedeutet dies: Die Qualität der Suchergebnisse wird zunehmen, da Google natürliche Suchanfragen – mit künstlicher Intelligenz – besser interpretieren kann. Mit natürlich ist hier gemeint: So, wie man üblicherweise spricht und schreibt, insbesondere Menschen, die das Internet nicht so intensiv nutzen, verwenden bekanntlich solche Suchanfragen (etwa “Wie komme ich in Dormund vom Bahnhof zum Rathaus”). Daher sollte man die Liste der relevanten long-tail-Keywords für ein Projekt noch einmal durchgehen und überarbeiten. Insbesondere auf Präpositionen achten (an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen, bis, durch, für, gegen, je, ohne, um, wider, …)! Da 10 Prozent der Suchanfragen betroffen sein sollen, könnte BERT auch messbare Auswirkungen auf den Traffic haben – hier hilft ein Blick in die Analytics-Daten um dann, bei Verlusten, den Content der betroffenen Seite entsprechend anzupassen.