Endlich noch mal ein sehenswerter Video-Podcast bei Moz: Rand Fishkin geht auf die Evolution der Keywordrecherche ein, genauer gesagt auf das, was sich hier in den letzten fünf Jahren geändert hat.

Unter Keywordrecherche wird die Erstellung einer Liste von Suchbegriffen (inklusive Wortkombinationen) verstanden, die für ein Projekt von Relevanz sind. Es sollte einleuchten, dass man eine Website nicht für ALLE denkbaren Keywords optimieren kann, diese also eine Top10-Position erreichen soll. Bei manchen ist dies aufgrund der Konkurrenzsituation und des beschränkten Budgets schlicht nicht möglich, bei anderen nicht sinnvoll. Denn man muss überlegen, welche Keys eigentlich etwas “bringen”. Nur auf die Conversionrate zu schielen, wäre hier zu kurz gedacht, aber Suchanfragen, die auf eine rein informationelle Motivation des Suchenden hinweisen, sollten eher nicht in der Keywordliste auftauchen – denn diesen Traffic überlassen wir dann gerne der Wikipedia.

Mehrere Quellen für die Keywordrecherche nutzen

Aber zurück zum Video-Podcast: “Adwords is hiding data” kommt Rand gleich am Anfang zur Sache. Stimmt, das ist bekannt, aber nicht wirklich neu. Durch das geänderte User-Interface und das Verschwinden der Keywordsuchfunktionalität von Adwords, das ja früher ohne eigenen Account nutzbar war, jetzt aber nur nach Anmeldung bei Adwords genutzt werden kann, ist die Nutzung dieser nach wie vor wertvollen Datenquelle erschwert worden. Und ja, es werden auch Daten versteckt, insbesondere solche, die keinen kommerziellen Wert im engeren Sinne haben. Diese könnte man dann z.B. über Google Suggest recherchieren – und andere Kanäle. In Adwords tauchen sie aber nicht auf, denn auf diese Begriffe werden ja auch keine CPC-Anzeigen gebucht.

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Wer alte Links zum externen Google Keyword Tool klickt, der landet jetzt hier beim Google AdWords Keyword Planner. Man muss sich aber einloggen bzw. erst einmal registrieren. Das gab es früher nicht: Adwords hat jetzt auch Telefonsupport!

Neben Google Suggest und der (ähnlichen) “related search” führt Rand noch weitere Quellen für die Keywordfindung auf:

  • Interviews mit Kunden und Mitarbeitern (welche Wörter verwenden die eigentlich?)
  • Recherche in Foren und Communities und manuell Keywordlisten erstellen (zeit- und arbeitsintensiv)

Ich denke: Eigentlich sind das jetzt keine wirklich neuen Ansätze von Rand… “Neu” wäre vielleicht noch, wenn man die Möglichkeiten von Facebook und Twitter nutzt, die sich auch wunderbar zur Keywordrecherche eignen. Und das war vor fünf Jahren noch nicht so machbar.

Weniger ist mehr

Der Google-Algo ist immer besser geworden! Hatte Google früher noch erhebliche Probleme damit, semantisch gleiche oder sehr ähnliche Keywords zusammenzufassen, so hat der Suchgigant hierbei in den letzten Jahren deutlich dazugelernt. Es macht, so Rand, keinen Sinn mehr, für jedes Keyword eine eigene optimierte SEO-Landingpage zu erstellen. Rands Beispiel ins Deutsche übersetzt könnte man so umschreiben: Hochschule, Uni oder Universität gehören in EINEN Text, nicht in drei unterschiedliche, was vor ein paar Jahren noch sehr gut funktioniert hatte.

Gewichtung der Keywords

Rand erklärt noch, wie man seiner Meinung nach mit den einmal gefunden Suchbegriffen umgehen soll. Er bewertet diese nach Suchvolumen, Schwierigkeit (ein Moz-eigenes Tool kann herbei helfen), Opportunity (hier ist man selbst gefragt und sollte Suchanfragen tätigen, um einen Überblick über den Werbemarkt für das entsprechende Keyword zu bekommen), den Wert für das Geschäft (“bring” der darüber kommende Traffic überhaupt etwas).
Zuletzt weist er noch auf die Unterschiede von Anfragen hin, die immerwährend zu gleichen SERPs (Ergebnissen der Suchmaschine auf die Anfrage) führen oder die zeitsensitiv sind. Hierbei ist Google ja schon sehr weit. Wenn z.B. gerade ein Fußballturnier läuft, sollte auf die Anfrage nach einem Team die Aufstellung für das nächste Spiel erscheinen, und keine Wiki-Seite über die Erfolge der letzten Jahre (das kann dann nach Ende des Turniers wieder ausgeliefert werden).

All diese Punkte sollten dann miteinander verrechnet werden (balanced score cards) – und schon weiß man, welche Keywords einer Optimierung würdig sind. Auch das können noch eine ganze Menge sein, aber eben keine unbegrenzte Anzahl!

Wer das Video komplett sehen möchte – bitte sehr:

…in eigener Seorie.net-Sache

BTW, hier noch der Link zu einem Blogpost von 2010, also von vor genau fünf Jahren. Thema: Keywordrecherche! Eigentlich doch nach wie vor aktuell, oder?