Google: Postrank statt Pagerank?

Google kauft kanadischen Social-Media-Spezialisten – Reaktion auf zunehmende Popularität von Facebook & Twitter

Wie positioniert sich Google gegenüber dem ständig an Boden gewinnenden Facebook? Die Übernahmen, die die Firma aus dem kalifornischen Mountain View tätigt, geben immer wieder gute Hinweise darauf, welche Schwerpunkte für die nächsten Jahre gesetzt werden. Der am vergangenen Donnerstag bekannt gegebene Kauf der Firma Postrank zeigt in eine klare Richtung: Google goes Social!

Nachdem seitens Google bereits (mehr oder weniger offiziell) bestätigt wurde, dass soziale Signale bei der Berechnung der SERPS (Search Engine Result Pages = Seiten, auf denen die Suchergebnisse angezeigt werden) eine Rolle spielen, macht die Integration des innovativen und gerade einmal vier Jahre alten Unternehmens Sinn, das sich auf die Auswertung gerade solcher Signale spezialisiert hat.

Postrank hat sich der Analyse von „User Engagement“ verschrieben, also der Beobachtung, wie start digital veröffentlichte Informationen von Nutzern konsumiert und weitergegeben bzw. empfohlen werden. Hierzu kann man auf der Firmenseite lesen:

Engagement events are individual activities performed using specific social networks, sites, or applications, like those referenced in the sidebar. One tweet is an engagement event, for example. So is posting one comment, or bookmarking on Delicious.

Diese Quellen wertet Postrank aus
Diese Quellen wertet Postrank aus

Diese Engagements werden dann entsprechend ihrer Wertigkeit in die Berechnung des Postranks einbezogen:

Engagement points are the numerical values assigned to each type of engagement event. The more effort and engagement an event demonstrates, the higher the points value. For example, a highly engaged event like leaving a comment on a blog might be assigned a number of engagement points 10 times higher than a fairly passive event like a click or pageview.

Das Postrank-Team wird aus dem kanadischen Waterloo nach Mountain View umziehen, wo auch das Google Search Team seinen Sitz hat – ein weiteres Indiz, wie hoch man das Know How der Kanadier einschätzt. Postrank erlaubt dabei schon heute eine Integration der Daten aus Google Analytics. Das nur wenige Tage vorher gestartete Projekt Google+1 und diese Übernahme einer Firma, die sich auf die Analyse von Social-Media spezialisiert hat, zeigen es deutlich: Google geht im Social Web in die Offensive!

Ob aber der bewährte Google Pagerank jetzt abgeschafft wird? Wohl eher nicht. Aber die ohnehin schon berücksichtigen „sozialen Signale“ werden jetzt noch stärker genutzt werden. Dies dürfte neben dem Ausbau der lokalen Suchergebnisse (Google Places) und natürlich der Integration mobiler Endgeräte (Mobile) die Richtung sein, in der sich Google 2011 und 2012 entwickeln wird.

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6 Kommentare

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  2. So schaut’s aus, wobei das auch bereits vor dem Postrank-Deal der Fall war. Hatte Google (mehr oder weniger) offiziell vor ca. einem Jahr bestätigt.

  3. Naja, meiner meinung nach ist die Wirkung des Postranks vernachlässigbar, sieht man sich etwa den Finanzbereich an, diese Seiten sind da eher fast nie aktiv in diesen ganzen Scial Media Dingern. Möglich aber das es in Zukunft wichtiger wird.

  4. Klar, in „trendigen“ Bereichen spiel Social Media traditionell eine größere Rolle. In Zukunft wird die Bedeutung solcher Signale im Google Algorithmus eine größere Rolle spielen, so interpretiere ich den Kauf von Postrank.

  5. Ganz bestimmt wird ein „Postrank“ noch mehr Bedeutung bekommen. Er ist einfach zu wichtig um Inhalte beurteilen zu können, als dass man ihn vernachlässigen könnte. Der Artikel ist sehr interessant, zumal ich nichts von diesem Kauf durch Google gehört hatte.

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