WordPress ist ein geniales CMS, das ich nicht nur für diesen Seorie-Blog nutze, sondern ebenso für viele weitere Projekte. OpenSource und absolut kostenlos, große Userbase, schnelle Innovationszyklen und eine Unmenge an Themes und Plugins für alle denkbaren Szenarios zeichnen WP aus. Auch meinen Kunden empfehle ich es in der Regel, wenn eine neue Website oder ein Relaunch ansteht, insbesondere bei Blogs und kleinen bis mittelgroßen Websites (auch ohne Blog-Feature). Eine Integration von WordPress in eine Shopping-Umgebung ist in der Regel auch relativ einfach umzusetzen. Für sehr trafficlastige Projekte und große Shops gibt es vielleicht bessere Lösungen, aber meine Kunden kommen alle aus dem KMU-Bereich, daher fehlen mir hierzu die Kenntnisse.

Simon Wheatley erklärte, warum alle von der Größe von WP profitieren.

Simon Wheatley erklärte, warum alle von der Größe von WP profitieren. Und dass man diese auch mit kostenlosen Plugins etc. unterstützen soll.

Ich habe in den letzten Jahren bereits einige WordCamps (bzw. – deutscher formuliert – WordPress-Konferenzen) besucht und bin immer mit neuen Ideen und Kontakten nach Hause gegangen. In diesem Jahr fand das WordCamp Europe, also die Hauptkonferenz für unseren Kontinent, in Sofia statt – und damit direkt vor meiner Haustüre. Klarer Fall, dass man sich so etwas anschauen MUSS! Hier meine kleine “WordCamp-Europe Recap”.

Meine Recap des #wceu

Gleich zwei Tage (plus noch ein Montag als “Contribution Day”) trafen sich über 600 WordPress-Anhänger (nach anderen Angaben auch 900, ich habe keine offiziellen Zahlen finden können) in der bulgarischen Hauptstadt. Offizielles „tag“ war #wceu, wer danach sucht, kann man in den sozialen Netzwerken einiges zur Konferenz und den Eindrücken der Besucher von Bulgarien nachlesen … Ich konnte Gäste aus Deutschland, Rumänien, Polen, dem UK, Griechenland, Finnland und Frankreich kennenlernen, aber es waren noch viele weitere Nationen anwesend. Auch sehr viele Amerikaner, sei es als Speaker oder als Vertreter von Sponsoren, sei es, dass sie aus beruflichen oder privaten Gründen in Europa leben und arbeiten, kamen nach Sofia.

VIP-Vortrag mit Sara Rosso

Bei Sara Rosso trifft übrigens beides zu, sie lebt in Italien und arbeitet für die Firma hinter WordPress, Automattic. In ihrer Präsentation gab sie einen Schnelldurchlauf aktuelle Kunden, die VIP WordPress nutzen, zum Besten. Wirklich sehr große Namen (vorwiegend USA), die dort so auf WordPress vertrauen. Wobei man sagen muss, dass diese trafficlastigen Seiten eine Art WP im Einsatz haben, die stark customized ist (dann klappt es auch mit Millionen daily uniques). Ich hatte sie schon einmal als Speaker erlebt und auch mit ihr gesprochen. Sehr lohnenswert! Hier die Website des VIP-Services, der in Europe noch sehr wenige Kunden hat, in den USA dafür um so mehr: http://vip.wordpress.com/

Jungs und Mädels von automattic

Jungs und Mädels von automattic – mit coolen Sonnenbrillen als giveaway

Matt Mullenweg war in Sofia…

Das Higlight war die Q&A Session mit Matt Mullenweg. Er ist der Co-Founder von WordPress (ich sage gerne „Godfather“). Sieht jung aus und ist es auch, geboren 1984 (hier seine private Website), aber er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass heute bereits 23,1 Prozent aller Webseiten weltweit mit diesem CMS laufen (wo genau diese Zahl herkommt, kann ich noch nicht sagen, aber sie wurde in zahlreichen Vorträgen vorgebracht). Oder anders: WordPress ist die Nummer eins der CMS, und das mit großem Abstand. In einer Q&A-Session mit einem der ersten WP-User, einem IT-Journalist, das nun als Venture Capital-Geber unterwegs ist (mit jedoch nur zwei Investments in Europa, wie er sagte) wurde locker über WP und die Geschichte und Zukunft geplaudert.

So also sieht Matt Mullenweg aus (stand. September 2014)

So also sieht Matt Mullenweg aus (stand. September 2014)

… und erzählte zur Geschichte und Zukunft von WordPress

Die Evolution von einer reinen Blogging-Software über ein komplettes CMS (also auch für „normale“ Websites einsetzbar) hin zur (letzter Stand) App Engine (WP dient hier nur noch als Backend und technischer Hintergrund, an der App kann man dann nichts mehr erkennen, was WP- erkennen lässt) wurde kurz durchlaufen. Und auf der Agenda steht jetzt, WP mobiler zu machen, was auch Touch-Accesability umfasst. Das ist also die Agenda für die nahe Zukunft (2015/16). Mit langfristigen Prognosen war er jedoch vorsichtig. Sinngemäß wies er darauf hin, dass vor fünf Jahren noch niemand geahnt hätte, wie wichtig Android, iPhone und JavaScript werden würden. Was Matt noch stolz anmerkte: Aktuell (Daten vielleicht für 2014?) gibt es erstmals mehr nicht-englische WP-Downloads als englische. Die Internationalisation ist offensichtlich erfolgreich!

Yoast und sein WordPress SEO-Plugin

Ein für mich als SEO-Profi persönliches Highlight war der Vortrag von Joost de Valk. Der Holländer Niederländer zeichnet sich verantwortlich für das beliebte Plugin WordPress-SEO (und weitere) und ist auf vielen Konferenzen als SEO-Experte zu sehen. Sein Vortrag handelte weniger von Suchmaschinenoptimierung oder der praktischen Anwendung seiner Plugins, als vielmehr von Punkten, die man beim Marketing und der Usability von WordPress-Plugins beachten sollte.

Jost talking about Yoast SEO Plugin and usability

Joost talking about Yoast SEO Plugin and usability

Ganz dick zu unterstreichen ist, soe Joost, der „on-boarding“-Prozess. Was passiert, wenn das Plugin erstmalig installiert ist? Wie wird der neue User „abgeholt“, gerade auch optisch? Hier habe ich viele Ideen bekommen, auch wenn ich keine Plugins entwickle und es nicht beabsichtige. Zweiter interessanter Punkt und gleichzeitig Titel seines Vortrags: „The Devasting Power of Defaults“.

Er ging auf die Möglichkeiten ein, wie man mit den Settings für ein Plugin umgehen soll, insbesondere auf diese drei :

  • Einstellungen sind als default aktiviert/deaktiviert
  • Einstellungen werden anhand von durch Plugin erkannten Variablen eingestellt (z.B. Sprache, Location)
  • Einstellungen werden vorgeschlagen, User muss jedoch bestätigen

Wer in der Plugin-Entwicklung unterwegs ist (nicht unbedingt nur mit WP) sollte sich die Präsentation von Joost besorgen und seine Plugins aus diesem Gesichtspunkt einmal genau ansehen! Und wer einfach nur Infos zum Plugin sucht, die findet er hier: https://yoast.com/wordpress/plugins/seo/

Abschließend noch ein paar atmosphärische Fotos:

wordcamp-sofia-2014

Check-In für Besucher der WordCamp

Der Veranstaltungsort NDK mit seinem kommunistischen Charme (bulgarisches Equivalent zum Palast der Republik in Berlin) tat der guten Laune keinen Abbruch.

GoDaddy was there

GoDaddy was there

Bei amerikanisch dominierten Internet-Konferenzen darf auch dieser bekannte Platzhirsch nicht fehlen, wobei auf dem Wordcamp noch weitere Hostinganbieter mit vielleicht passenderen Angeboten für WordPresshosting anwesend waren.

Zusammenfassung WordCamp Europe 2014

Eine toll organisierte und hochkarätig besetzte Konferenz. Es gab auch viele Geschenke und – nicht zu vergessen – ein Top-Catering. Preis des Ganzen: 30 Euro (dreißig, ja, nicht mehr!). In meinem Fall keine Kosten für Anreise/Unterkunft, aber auch inklusive Flugticket und Hotel wäre das immer noch eine günstige Sache gewesen, wenn man sich die Preise anderer Konferenzen ansieht. 2015 findet die WordCamp Europe (möglicherweise, so war zu hören) in Lissabon / Portugal statt. Ich denke mal, das Event ist für jeden, der mit WordPress arbeitet, eine Reise wert! Last, not least: Infos zu anstehenden WordCamps.