WordCamp Europe 2014 in Sofia – recap

WordPress ist ein geniales CMS, das ich nicht nur für diesen Seorie-Blog nutze, sondern ebenso für viele weitere Projekte. OpenSource und absolut kostenlos, große Userbase, schnelle Innovationszyklen und eine Unmenge an Themes und Plugins für alle denkbaren Szenarios zeichnen WP aus. Auch meinen Kunden empfehle ich es in der Regel, wenn eine neue Website oder ein Relaunch ansteht, insbesondere bei Blogs und kleinen bis mittelgroßen Websites (auch ohne Blog-Feature). Eine Integration von WordPress in eine Shopping-Umgebung ist in der Regel auch relativ einfach umzusetzen. Für sehr trafficlastige Projekte und große Shops gibt es vielleicht bessere Lösungen, aber meine Kunden kommen alle aus dem KMU-Bereich, daher fehlen mir hierzu die Kenntnisse.

Simon Wheatley erklärte, warum alle von der Größe von WP profitieren.

Simon Wheatley erklärte, warum alle von der Größe von WP profitieren. Und dass man diese auch mit kostenlosen Plugins etc. unterstützen soll.

Ich habe in den letzten Jahren bereits einige WordCamps (bzw. – deutscher formuliert – WordPress-Konferenzen) besucht und bin immer mit neuen Ideen und Kontakten nach Hause gegangen. In diesem Jahr fand das WordCamp Europe, also die Hauptkonferenz für unseren Kontinent, in Sofia statt – und damit direkt vor meiner Haustüre. Klarer Fall, dass man sich so etwas anschauen MUSS! Hier meine kleine “WordCamp-Europe Recap”.

Meine Recap des #wceu

Gleich zwei Tage (plus noch ein Montag als “Contribution Day”) trafen sich über 600 WordPress-Anhänger (nach anderen Angaben auch 900, ich habe keine offiziellen Zahlen finden können) in der bulgarischen Hauptstadt. Offizielles „tag“ war #wceu, wer danach sucht, kann man in den sozialen Netzwerken einiges zur Konferenz und den Eindrücken der Besucher von Bulgarien nachlesen … Ich konnte Gäste aus Deutschland, Rumänien, Polen, dem UK, Griechenland, Finnland und Frankreich kennenlernen, aber es waren noch viele weitere Nationen anwesend. Auch sehr viele Amerikaner, sei es als Speaker oder als Vertreter von Sponsoren, sei es, dass sie aus beruflichen oder privaten Gründen in Europa leben und arbeiten, kamen nach Sofia.

VIP-Vortrag mit Sara Rosso

Bei Sara Rosso trifft übrigens beides zu, sie lebt in Italien und arbeitet für die Firma hinter WordPress, Automattic. In ihrer Präsentation gab sie einen Schnelldurchlauf aktuelle Kunden, die VIP WordPress nutzen, zum Besten. Wirklich sehr große Namen (vorwiegend USA), die dort so auf WordPress vertrauen. Wobei man sagen muss, dass diese trafficlastigen Seiten eine Art WP im Einsatz haben, die stark customized ist (dann klappt es auch mit Millionen daily uniques). Ich hatte sie schon einmal als Speaker erlebt und auch mit ihr gesprochen. Sehr lohnenswert! Hier die Website des VIP-Services, der in Europe noch sehr wenige Kunden hat, in den USA dafür um so mehr: http://vip.wordpress.com/

Jungs und Mädels von automattic

Jungs und Mädels von automattic – mit coolen Sonnenbrillen als giveaway

Matt Mullenweg war in Sofia…

Das Higlight war die Q&A Session mit Matt Mullenweg. Er ist der Co-Founder von WordPress (ich sage gerne „Godfather“). Sieht jung aus und ist es auch, geboren 1984 (hier seine private Website), aber er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass heute bereits 23,1 Prozent aller Webseiten weltweit mit diesem CMS laufen (wo genau diese Zahl herkommt, kann ich noch nicht sagen, aber sie wurde in zahlreichen Vorträgen vorgebracht). Oder anders: WordPress ist die Nummer eins der CMS, und das mit großem Abstand. In einer Q&A-Session mit einem der ersten WP-User, einem IT-Journalist, das nun als Venture Capital-Geber unterwegs ist (mit jedoch nur zwei Investments in Europa, wie er sagte) wurde locker über WP und die Geschichte und Zukunft geplaudert.

So also sieht Matt Mullenweg aus (stand. September 2014)

So also sieht Matt Mullenweg aus (stand. September 2014)

… und erzählte zur Geschichte und Zukunft von WordPress

Die Evolution von einer reinen Blogging-Software über ein komplettes CMS (also auch für „normale“ Websites einsetzbar) hin zur (letzter Stand) App Engine (WP dient hier nur noch als Backend und technischer Hintergrund, an der App kann man dann nichts mehr erkennen, was WP- erkennen lässt) wurde kurz durchlaufen. Und auf der Agenda steht jetzt, WP mobiler zu machen, was auch Touch-Accesability umfasst. Das ist also die Agenda für die nahe Zukunft (2015/16). Mit langfristigen Prognosen war er jedoch vorsichtig. Sinngemäß wies er darauf hin, dass vor fünf Jahren noch niemand geahnt hätte, wie wichtig Android, iPhone und JavaScript werden würden. Was Matt noch stolz anmerkte: Aktuell (Daten vielleicht für 2014?) gibt es erstmals mehr nicht-englische WP-Downloads als englische. Die Internationalisation ist offensichtlich erfolgreich!

Yoast und sein WordPress SEO-Plugin

Ein für mich als SEO-Profi persönliches Highlight war der Vortrag von Joost de Valk. Der Holländer Niederländer zeichnet sich verantwortlich für das beliebte Plugin WordPress-SEO (und weitere) und ist auf vielen Konferenzen als SEO-Experte zu sehen. Sein Vortrag handelte weniger von Suchmaschinenoptimierung oder der praktischen Anwendung seiner Plugins, als vielmehr von Punkten, die man beim Marketing und der Usability von WordPress-Plugins beachten sollte.

Jost talking about Yoast SEO Plugin and usability

Joost talking about Yoast SEO Plugin and usability

Ganz dick zu unterstreichen ist, soe Joost, der „on-boarding“-Prozess. Was passiert, wenn das Plugin erstmalig installiert ist? Wie wird der neue User „abgeholt“, gerade auch optisch? Hier habe ich viele Ideen bekommen, auch wenn ich keine Plugins entwickle und es nicht beabsichtige. Zweiter interessanter Punkt und gleichzeitig Titel seines Vortrags: „The Devasting Power of Defaults“.

Er ging auf die Möglichkeiten ein, wie man mit den Settings für ein Plugin umgehen soll, insbesondere auf diese drei :

  • Einstellungen sind als default aktiviert/deaktiviert
  • Einstellungen werden anhand von durch Plugin erkannten Variablen eingestellt (z.B. Sprache, Location)
  • Einstellungen werden vorgeschlagen, User muss jedoch bestätigen

Wer in der Plugin-Entwicklung unterwegs ist (nicht unbedingt nur mit WP) sollte sich die Präsentation von Joost besorgen und seine Plugins aus diesem Gesichtspunkt einmal genau ansehen! Und wer einfach nur Infos zum Plugin sucht, die findet er hier: https://yoast.com/wordpress/plugins/seo/

Abschließend noch ein paar atmosphärische Fotos:

 

wordcamp-sofia-2014

Check-In für Besucher der WordCamp

Der Veranstaltungsort NDK mit seinem kommunistischen Charme (bulgarisches Equivalent zum Palast der Republik in Berlin) tat der guten Laune keinen Abbruch.

 

GoDaddy was there

GoDaddy was there

Bei amerikanisch dominierten Internet-Konferenzen darf auch dieser bekannte Platzhirsch nicht fehlen, wobei auf dem Wordcamp noch weitere Hostinganbieter mit vielleicht passenderen Angeboten für WordPresshosting anwesend waren.

 

 

Zusammenfassung WordCamp Europe 2014

Eine toll organisierte und hochkarätig besetzte Konferenz. Es gab auch viele Geschenke und – nicht zu vergessen – ein Top-Catering. Preis des Ganzen: 30 Euro (dreißig, ja, nicht mehr!). In meinem Fall keine Kosten für Anreise/Unterkunft, aber auch inklusive Flugticket und Hotel wäre das immer noch eine günstige Sache gewesen, wenn man sich die Preise anderer Konferenzen ansieht. 2015 findet die WordCamp Europe (möglicherweise, so war zu hören) in Lissabon / Portugal statt. Ich denke mal, das Event ist für jeden, der mit WordPress arbeitet, eine Reise wert! Last, not least: Infos zu anstehenden WordCamps.

WordCamp Europe 2014 goes Bulgaria!

Dieser Blog läuft mit WordPress. Nicht ohne Grund ist dieses CMS das beliebteste und am meisten verbreitete, das ich auch gerne meinen Kunden als Lösung vorschlage. Die jährlich stattfindenden Wordcamp Bulgaria bzw. Wordcamp Sofia-Konferenzen habe ich bereits besucht, und wenn jetzt die größte WP-Konferenz in Europa (vermute ich mal) vor der Haustür stattfindet, bin ich natürlich gerne dabei! Man lernt nie aus, zumal manche Speaker auf interessante Insights hoffen lassen, z.B. Joost de Valk (bekannt durch sein empfehlenswertes SEO-Plugin) und den “Godfather of WP” Matt Mullenweg.

Die WordCamp Europe findet vom 27.-29. September 2014 in Sofia/Bulgarien statt.

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Wordcamp Europe 2014

Wordcamp Europe 2014

Link zur Website der Konferenz: http://2014.europe.wordcamp.org/

Offizielles hashtag #wceu

Neu und hilfreich: Suchparameter für Facebook

Auf meinem Blog finden Sie Informationen zu den Suchparametern der gängigen Suchmaschinen Google und Bing sowie etwas Ähnliches für die Suche in MYSQL-Datenbanken. Was noch fehlte, war etwas Vergleichbares für Facebook. Und genau für dieses beliebte Social Network habe ich nun die gängigen Suchparameter zusammengestellt.

Hier geht es weiter: Suchparameter für Facebook

 

Ich denke, das der ein oder andere damit sicherlich etwas anfangen kann.Wichtig: Die Parameter erfordern das englische (US) Interface bei Facebook, hier also ggf. die Einstellungen ändern.

Was mache ich mit den Facebookdaten?

Zwar sind viele Profile unvollständig oder bewusst falsch ausgefüllt (was vielleicht – aus datenschutzrechtlicher Sicht – keine schlechte Empfehlung ist), aber trotzdem bleibt eine Menge an verwertbaren Informationen übrig. Interessanterweise ist es sehr stark von Nationalität und Altergruppe abhängig, wie korrekt Profile ausgefüllt werden. Diese können beispielsweise genutzt werden, um eine Zielgruppe zu recherchieren und dann entweder über Facebook anzusprechen (Kontaktanfrage) oder die gewonnenen Informationen in einem anderen Medium zu nutzen (Website recherchieren, eine für B2B professionellere Ansprache über XING oder Linkedin wählen, usw.).

Und, da wir gerade in der Urlaubssaison sind (und Urlaube immer kurzfristiger bzw. spontaner gebucht werden): Über Facebook kann man auch gut Landingpages für Hotels oder Reiseangebote bewerben. Dazu auch ein paar Hintergrundinfos in unserem Artikel SEO für Hotels. Besser als mit Facebook lässt sich eine genau definierte Zielgruppe kaum ansprechen!

Beispiel für den Google Knowledge Graph

Beim Surfen bin ich gerade zufällig darauf aufmerksam geworden, was für ein Jahresgehalt Philipp Lahm, der Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft, so bekommt. Zehn Millionen pro Jahr, das hört sich nicht schlecht an!

Aber das interessiert jetzt nicht, und ich war auch gar nicht auf der Suche nach dem Gehalt von Philipp Lahm. Vielmehr habe ich nach einem anderen Fußballer gegoogelt (ohne Gehalt). Und dann zum ersten Mal festgestellt, dass bei den kleinen Spielerporträts, die Google bei einer solchen Suche einblendet, auch Gehaltsangaben stehen. Die Daten der Profile kommen üblicherweise von Wikipedia, dort finden sich jedoch keine Gehaltsangaben, es muss also noch eine weitere Quelle angezapft werden. Mit diesem Profil werden viele Google-Nutzer schon die Info bekommen haben, die sie gerade benötigen, also Foto, Name, kurze Beschreibung, Größe, Geburtstag, und jetzt eben auch noch das Gehalt (wie genau diese Angaben sind, kann ich natürlich nicht beurteilen).

Was verdient Philipp Lahm?

Und so sieht das dann aus, auf der linken Seite (hier nicht sichtbar) werden die “normalen” Suchergebnisse, also die organischen Resultate, aufgelistet:

Google-Knowledge-Graph-Beispiel

Ein schönes Google-Knowledge-Graph-Beispiel

Google Suggest, das sind die Suchvorschläge, die während der Eingabe einer Suche im Suchschlitz aufblitzen, hat mich dann zur Suchanfrage “Philipp Lahm Gehalt” verleitet. Und siehe da, nun bekomme ich genau diese Info in noch größeren Buchstaben präsentiert, rechts das bereits erwähnte Kurzprofil. Das sieht dann so aus:

 

Philipp Lahm Gehalt

Google-Suche nach “Philipp Lahm Gehalt”

Google als Informationslieferant – nicht mehr als “Navigator”

Auf diese Weise habe ich die Information, die ich gesucht habe, dann in einer noch leichter lesbaren Variante. Und unten drunter die Gehälter von anderen, vergleichbaren, Spielern (vom FC Bayern). Die schaut man sich gerne auch noch an… Die wenigsten Google-User werden bei einer solchen Suchanfrage jetzt noch weiter suchen (z.B. um abzuklären, wie seriös diese Gehaltsangabe ist, oder ob es nicht auch Gehaltsangaben für 2013 gibt). Eine Suchanfrage wurde also vollständig beantwortet.

Und nach diesem Prinzip des Google Knowledge Graphen wird sich das Suchverhalten der Internetnutzer zukünftig ändern. Hier ist das mit dem Google Knowledge Graph noch einmal erklärt, übrigens auch mit einem Fußball-Beispiel. Dadurch werden Websites, die auf solche populären Suchanfragen setzen (und hierfür vielleicht eigene SEO-Landingpages mit Datenbankanbindung unterhalten – was bisher sicherlich eine gute Möglichkeit war, um Traffic abzugreifen), verlieren. Gerade die beliebten Suchen nach Prominenten wird Google immer besser bedienen können und so den Traffic bei sich behalten, anstatt ihn  als Navigator auf die jeweils besten Websites zu verteilen.

P.S. Bei der nicht minder interessanten Suche nach “Angela Merkel Gehalt” bleibt der Knowledge Graph stumm. Ob das etwas mit der anstehenden Fußball-WM zu tun hat?

Google kämpft gegen Scraper

Unter Scraping versteht man die (illegale) Verwendung von Content, an dem man keinerlei Rechte besitzt. Oft geschieht das Scrapen automatisiert, d.h., ganze Websites werden durchforstet und der Inhalt – teilweise ohne jede Änderung – auf anderen Websites verbreitet. Diese Praxis geschieht natürlich ohne eine Einwilligung des Urhebers. Und mitunter konnten die Seiten mit kopierten Inhalten in den SERPS (Ergebnisseiten der Suchmaschinen) sogar vor dem Original ranken. Dem möchte Google nun einen Riegel vorschieben. Denn nur zu oft konnten (und können auch heute noch) Skraper mit ihrer Praktik Erfolge erzielen.

Scraping Report erstellen – in sekundenschnelle!

Seit Ende Februar 2014 gibt es nun bei Google die Möglichkeit, einen Scraper Report einzureichen. Dies geschieht sehr einfach über dieses Formular, auf dem man die Urspungwebsite, die Seite mit dem geklauten Inhalt und eine Suche, bei der die „illegale“ Website „ein Problem“ erzeugt – was wohl nicht unbedingt so aussehen muss, dass sie das Original überholt. Das war es eigentlich bereits!

Scraper Report GoogleOb man seitens Google dann manuell tätig wird, ist jedoch nicht ganz klar. Searchengineland geht davon aus, dass diese Informationen zu einer Verbesserung des Google Algos genutzt werden sollen. So könnte man beispielsweise bestimmte Muster erkennen, die Scraping-Seiten auszeichnen – und dies dann in den Google Algorithmus mit einfließen lassen. Wer dem Muster einer Scrapingseite entspricht, der würde dann automatisch aus dem Index fliegen, zumindest aber einige Positionen nach hinten wandern.

Und wie erkennt man “Scraping”?

Um herauszufinden, ob eigene Websites gescrapet wurden, gibt es zahlreiche Dienstleister, die das Internet systematisch und regelmäßig durchforsten (bekannteste Firma ist vermutlich Copyscape). Zumindest stichprobenartig kann man das aber auch selbst übernehmen, indem man mittels der Google Suchparameter, die hier erklärt werden, nach Ausschnitten aus den eigenen Texten sucht. Diese sollten dann in Anführungszeichen gesetzt werden, um die Suchergebnisse auf exakte Kopien zu reduzieren.